Arthrose

Arthrose
20. Jun 12:52 2019 von Thomas Janas

Interview mit Dr. med Uwe-M. Langner, Facharzt für Orthopädie

Gelegentliche Gelenkbeschwerden oder schmerzende Glieder kennt jeder. Wann beginnt dieser Zustand kritisch zu werden bzw. wann spricht man von einer klar diagnostizierten degenerativen Gelenkerkrankung?

Unter Arthrose werden alle Gelenkfunktionsstörungen verstanden, die mit einer Schädigung des Gelenkknorpels -mit der Folge stattfindender degenerativer Knorpelsubstanzveränderungen - einhergehen. Das Regenerationspotential des ( hyalinen) Gelenkknorpels ist so gering, dass eine einmal stattgefundene Gelenkknorpelschädigung irreversibel ist. Wohl aber ist der Körper in der Lage ein ,wenn auch minderwertiges, so doch über einen bestimmten Zeitraum nutzbares ( Faserknorpel) Ersatzgewebe zu bilden.

Welche Ursachen triggern einen Arthroseprozess?

Die Ursachen sind äußerst vielfältig, hingegen das Endresultat erstaunlich uniform. Neben angeborenen konstitutionellen aber auch genetisch und metabolischen Ursachen sind überwiegend erworbene Ursachen eruierbar. Anhaltende Fehlbelastungen umfassen eine ganze Ursachengruppe. Überlastung sowohl durch extreme sportliche Betätigung (Mikrotraumatisierungen), durch Bewegungsmangel sowie Übergewicht seien neben den unfallbedingten Ursachen genannt. Arthrose kann in Familien gehäuft auftreten.

Kann dieser Veranlagung durch eine gesunde Lebensweise mit viel Sport, Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung begegnet werden?

Zunächst sollte man schauen ob die sogenannte „Veranlagung“ nicht eher etwas mit den Lebensgewohnheiten der Familie zu tun hat. Dabei denke ich an traditionelle Essgewohnheiten (Körpergewicht/ Übersäuerung), Betätigungsregime, Sport , Raucher, Alkoholkonsum usw. Auf diese Faktoren lässt sich natürlich sehr wohl ein arthrosepräventiver Einfluss ausüben.

Bedeutet eine degenerative Erkrankung der Gelenke eine Einschränkung der üblichen Tätigkeiten bzw. in wie weit kann sie das tägliches Leben beeinflussen?

Frühsymptome einer Arthrose sind belastungsabhängige und Anlaufschmerzen im betroffenen Gelenk. Häufig verschwinden diese im Tagesverlauf zunächst wieder. Bewegung führt im Gegensatz zur Ruhe (,,Schonung“) zu einer Stoffwechselsteigerung und damit besseren Gelenkernährung. Gleichzeitig werden unsere wichtigsten Gelenkschützer- unsere eigene Muskulatur und Bänder- trainiert. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sind häufig trotz Therapie starke Einschränkungen der körperlichen Aktivität vorhanden, die nicht selten auch zur Aufgabe/Wechsel des Berufs führen und den Einsatz von Hilfsmitteln erforderlich machen.

Welche Sportarten sind zu vermeiden?

Prinzipiell ist unser Körper für hohe Belastungen sehr gut geeignet. Kritisch bewertet werden muss aus meine Sicht die körperliche Eignung, das individuell sehr unterschiedliche Unfallrisiko und das selbstgestellte Ziel (Motivation-Übermotivation).

Was kann ich im Alltag tun?

Nach dem größten Schweinehund in uns suchen und diesem konsequent den Kampf ansagen, oder anders ausgedrückt: am Bäcker mit einem Mineralwasser unterm Arm Vorbeijoggen!

Ist eine Op immer sinnvoll?

Eine Operation sollte immer nur dann durchgeführt werden wenn es keine gleichwertige alternative Behandlungsmöglichkeit gibt und eine Operation die vom Patienten erwarteten Ziele bei kalkulierten Risiko realisieren kann.

Über den Author

Thomas Janas
Thomas Janas

Thomas Janas, Mediendesigner, ist Inhaber der Agentur anadeum Digitale Medien. Innerhalb der anadeum verantwortet er die Bereiche Kreation und Webentwicklung. Privat ist er in die Passagierschifffahrt vernarrt und lebt seitdem seinen Traum an der Ostseeküste an einem idylllischen Plätzchen in der Hansestadt Stralsund.