Entärgern im Alltag

Entärgern im Alltag
11. Jun 13:19 2019 von Frank Dorst

Geht es Ihnen auch so: fast jeden Tag gibt es mindestens eine Situation, in der wir uns ärgern.
Manchen Ärger werden wir dann schnell wieder los, anderer lässt uns nächtelang nicht einschlafen.

Und wir alle wissen eigentlich:

Ärgern ist nicht schön (ist das so?). Ärgern ist ansteckend und der Körper reagiert auch darauf: Schmerzen, Kreislauf, Appetitlosigkeit und vieles, vieles mehr.
Wenn wir uns ärgern, ist unser Urteilsvermögen getrübt, wir sind nicht so kreativ und weniger unternehmungslustig.

Und ist es nicht oft so, dass wir uns z.B. im Beruf über etwas geärgert haben und es dann unsere Kinder, Partner, Freunde „abbekommen“? Das alles klingt insgesamt nicht fair!

Logische Konsequenz: entärgern Sie sich! Das setzt aber voraus, dass Sie sich auch wirklich entärgern wollen. Will doch jeder! Nein? Wenn Sie sich plötzlich einfach nicht mehr ärgern (so einfach geht das oft!), dann ist es ganz schön ungewohnt, Sie verlassen Ihre gewohnte Komfortzone. Das funktioniert nur, wenn Sie das auch wirklich wollen.

Ich habe in meinen Entärger-Coachings auch erlebt, dass der ein oder andere Mensch sich eigentlich gar nicht entärgern möchte, da wir dann die Schuld nicht mehr auf andere Menschen schieben können, sondern die Verantwortung für unser Leben übernehmen. Auch das ist in letzter Konsequenz kein einfaches Unterfangen.

Grundsätzlich kann ich viel ärgerwürdige Situationen an sich nicht ändern, jedoch kann ich meine Beurteilung, meine Positionierung und meine Reaktion darauf verändern: das ist der Weg!!!

Hier gibt es viele, viele Entärgertechniken:

  • Neandertaler-Instinkte
  • 4 Zimmer-Gehirn
  • 7 Anti-Ärger-Schritte
  • 5-Finger-Methode
  • Körperausrichtung
  • 7 Stufen der Aggression (hier frage ich nach Ihren Entwütungstechniken und Enfrustungskompetenz)
  • Die Kenntnis um grün, rot blau (die ich in der letzten Ausgabe schon beschrieben habe).

Ein paar Tipps an dieser Stelle:

Oft reicht es schon, sich und seiner Seele (genau wegen eines doofen Tages) auch mal etwas Gutes zu tun. Und wenn es nur das Lieblingslied oder der Besuch der Lieblingsbank im Wald ist.
Was immer Sie tun: tun Sie es bitte bewusst!!!!

Vermeiden Sie Miesmacher und schlechte Laune in Ihrem Umfeld. Nicht die rosarote Brille aufsetzen, aber distanzieren Sie sich von Leuten, die immer alles negativ sehen. Erzählen Sie sich beim Abendessen doch mal, was an dem Tag alles schön war und nicht nur, was auf Arbeit wieder mies gelaufen ist. Achten Sie mal auf die Inhalte von Gesprächen. Fragen Sie Ihre Kinder beim Zu-Bett-Gehen doch, was das schönste Erlebnis des Tages war.
Seien Sie selber Vorbild. Versuchen Sie mal was Verrücktes: lächeln Sie morgens die Menschen an, wünschen Sie einen guten Morgen, ohne ein Gegenreaktionen zu erwarten.

Klingt komisch, funktioniert aber oft: entscheiden Sie bewußt, ob Sie sich konkret ärgern wollen oder nicht. Oft reagieren wir unbewusst oder instinktiv (z.B. wenn das Kind einen Bock hat).
In solchen Situationen: Handbremse anziehen, die Weltuhr anhalten und BEWUSST entscheiden: ärgere ich mich jetzt oder lasse ich das nicht zu. Der andere kann sich ja gern ärgern.

Hart aber wirkungsvoll: Stellen Sie sich die Frage: WARUM ärgere ich mich eigentlich? Aus Prinzip oder zu Erziehungszwecken gilt nicht!!!!!! Warum wirklich? Drohen SIe Ihr Gesicht vor Ihrem Partner zu verlieren? (Genau dort dürften Sie das doch eigentlich...) Was ärgert Sie WIRKLICH? Meistens ist es nicht der Gegenüber, sondern der oder sie ist nur der Auslöser!!!

Würden Sie sich in einer Woche immer noch genau so darüber ärgern? Wenn nicht: Dann lassen Sie es einfach sein!

Fragen Sie sich, ob Sie durch Ihr Ärgern etwas zum Positiven verändern? Löst es Ihre Probleme wirklich? Oder ärgern SIe sich und Ihr Umfeld damit nur.

Und wenn gar nix mehr hilft: Sagen Sie, dass Sie sich gerade ärgern. Fragen Sie Ihr Gegenüber, ob er oder sie tatsächlich erreichen wollte, dass Sie sich ärgern. Meistens ist das gar nicht der Fall...

Ich freue mich, wenn Sie sich durch diese Zeilen schon ein wenig weniger ärgern. Gerne erzähle ich im Coaching oder auch in TeamTrainings mehr davon.


Ihr Frank Dorst

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