Fett macht Fett!?

Fett macht Fett!?
04. Sep 09:03 2019 von Susanne Heber

Nein! Fett ist gesund, Fett ist wichtig!

Warum? Fett ist einer der drei Hauptbestandteile unserer täglichen Ernährung, neben Kohlenhydraten und dem Protein (Eiweiß). Fett ist Geschmacksträger und von den meisten Menschen wird der Geschmack von Fett als positiv empfunden, sogar süchtig machend. Er ist außerdem der kalorienreichste, was vielen von uns zu schaffen macht: ein Gramm Fett hat 9,3 kcal (38,9 KJ). Was oft dabei vergessen wird, Fett ist unser wichtigster Energiespeicher. Er polstert unsere Augenhöhlen und Fußballen (nicht nur die Hüften). Ohne Fett wäre also jeder Schritt eine ziemlich unangenehme Angelegenheit.

Wie bei allen Nahrungsbestandteilen ist es auch beim Fett eine Frage der Menge und der Qualität (also der Zusammensetzung) ob es uns gut tut oder eher einen negativen Effekt hat. Wer überwiegend einer sitzenden Tätigkeit nachgeht, sollte beispielsweise nicht mehr als 30% seiner täglichen Nahrungsenergie aus Fett aufnehmen. Um es mit den Worten von Paracelsus zu sagen „Die Menge macht das Gift“.

Woran erkenne ich also ein gesundes oder weniger gesundes Fett? Pauschal lässt sich erst einmal sagen, dass pflanzliches Fett aus vorwiegend ungesättigten Fettsäuren (z.B. Öle, Margarine, Nüsse, Avocado), tierisches Fett aus vorwiegend gesättigten Fettsäuren (z. B. aus Milchprodukten, Fleischprodukten, Schmalz) vorzuziehen ist. Wobei es auch dort große Unterschiede gibt. Beispielsweise hat Palmkernfett mehr gesättigte Fettsäuren als das oben genannte Schmalz. Es gibt also auch pflanzliche Fette, die eher zu meiden sind. Weitere Beispiele: Kokosfett auch genannt Kokosöl. Das viel gerühmte Kokosöl ist tatsächlich nur in geringen Mengen empfehlenswert und sollte auf keinen Fall das von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfohlene Rapsöl als "Hauptöl" in der Küche ersetzen.

Auch Olivenöl und Walnussöl werden aufgrund ihrer Zusammensetzung von der DGE empfohlen (beide Öle bitte nicht zum braten oder backen verwenden).

Aber wie sollte diese Zusammensetzung nun aussehen? Wir wünschen uns für unsere Ernährung die essentiellen Fettsäuren. Diese kann der Körper nicht selber bilden und sie müssen daher zugeführt werden. Das ist zum einen die Omega3 (Alpha-Linolensäure) Fettsäure. Diese benötige der Körper für den Bau von Zellwänden. Zum anderen die Omega6 (Linolsäure) Fettsäure. Sie ist wichtig für die Blutgerinnung und die Wundheilung. Wünschenswert ist das Verhältnis 2:1 (Omega6/Omega3). Dieses Verhältnis erfüllt am besten das Rapsöl, und dabei muss es kein teures sein. Das preiswerte aus der Plastikflasche erfüllt seinen Zweck vollkommen und eignet sich durch seine Neutralität in Geschmack und Geruch hervorragend zum backen und braten.
In tierischen Fetten sind ungesättigte Fettsäuren nur in geringen Mengen zu finden. Aus diesem Grund verwandelt der Körper diese Fette auch schnell und gern zu den ungeliebten Pölsterchen. Sie sind kaum „reaktionsfreudig" und somit gut, um für „schlechte Zeiten“ eingelagert zu werden. Solche Phasen gibt es heutzutage - und vor allem in unserem Land - allerdings kaum noch. Es ist also wichtig das wenn Fett aufgenommen wird das es vorzugsweise solches ist das dem Körper gut tut.

Tipps zur Umsetzung:

Kaufen sie wenig Fertigprodukte. Bei allem das sie selbst zubereiten haben sie die Kontrolle welches Fett verwendet wird und wieviel davon. In industriel hergestellten Produkten wird oft (nicht immer) das preiswerteste verwendet, dabei handelt es sich um Sonnenblumen-oder Sojaöl. Beide haben einen zu hohen Anteil an Omega6 Fettsäuren und damit ist das erwünschte Verhältnis von 2:1 nicht mehr gegeben. Das kann längerfristig zu gesundheitlichen Einbußen beitragen (bsp. schleichende Entzündungen im Körper oder Zunahme chronischer Erkrankungen). Außerdem ist der Anteil von Fett in solchen Produkten meistens zu hoch.

Wenn sie Speisen zu Hause fettärmer zubereiten wollen, verzichten sie auf frittieren und das braten mit übermäßig viel Öl. Nutzen sie stattdessen den Ofen und legen sie Backpapier unter, grillen oder dämpfen sie ihre Speisen mit einem Dämpfeinsatz. Außerdem ist der Einsatz eines Ölsprühers sinnvoll. Beim snacken sind Nüsse eine leckere Alternative zu Chips.

Über den Author

Susanne Heber
Susanne Heber

Diätassistentin
Vitalpunkt Dresden
www.vitalpunkt-dresden.de