Auf den Spuren des Märchenkönigs

Auf den Spuren des Märchenkönigs
01. Jul 08:49 2019 von Thomas Janas

Auf den Spuren des Märchenkönigs

Kein anderes Ausflugsziel lockt jährlich so viele Menschen aus aller Welt an wie das Schloss Neuschwanstein. Der Zauber dieses Ortes liegt in einer längst vergangenen Märchenwelt, umgeben von einer traumhaften Naturkulisse.

Hier erschuf sich König Ludwig II einst einen Rückzugsort, ein Domizil, von dessen Schönheit jeder sprechen, den aber kaum ein Mensch besuchen sollte. Denn der Märchenkönig galt als menschenscheu. So ist es fast schon Ironie, dass sein Traumschloss nach seinem Tod zum Publikumsmagneten wurde und heute eine der meist besuchten Burgen Europas ist.

Erschaffung einer Märchenwelt – Das Schloss Neuschwanstein

Wenn Besucher heute das Märchenschloss Ludwigs II besuchen, sollten sie sich vor Augen führen, welche Bedeutung es einst hatte. Nur dadurch erschließt sich die Sentimentalität dieses Baus.

Ludwig II, von seinem Volk wegen seines stattlichen Auftretens verehrt, hatte hinnehmen müssen, dass Preußen über Österreich und Bayer gesiegt hatte. Die Herrschaft der Könige war von dahin nur noch rein repräsentativ. Für Ludwig, der sich nach altem Vorbild als König Gottes Gnaden war, war dies ein herber Schicksalsschlag. Immer mehr träumte er davon, in eine eigene Welt zu entfliehen, in der Glanz und Gloria seines Geschlechts fortbestand und seine königliche Macht unbestritten war. Schloss Neuschwanstein war seine Vision: ein Schloss im Stil der alten deutschen Ritterburgen.

Modernste Technik des 19. Jahrhunderts

Im Sommer 1868 wurde mit dem Bau begonnen. Für die damalige Zeit entsprach der Bau des Schlosses der allerneuesten Technik. So besitzt Neuschwanstein ein Fundament aus Zement sowie ein geziegeltes Mauerwerk, welches mit hellem Kalkstein verkleidet wurde.

Im Inneren des Schlosses können Besucher auch heute noch über eine technische Ausstattung, die in jener Zeit für viele nicht mal vorstellbar war, nur staunen: Ludwig besaß eine Heißluft-Zentralheizung. Auf allen Stockwerken gab es fließendes Wasser, das System erlaubte es sogar, in der Küche zwischen warmem und kaltem Wasser zu wählen. Auch die Toiletten waren auf dem allerneuesten Stand und verfügten über automatische Spülungen. Darüber hinaus gab es eine elektrische Rufanlage, die es dem König erlaubte, innerhalb des Schlosses zu kommunizieren. Sogar Telefonanschlüsse existieren in einzelnen Stockwerken.

Hier bot sich ein einzigartiger Komfort, den der Märchenkönig selbst leider nicht mehr lange genießen konnte: Noch bevor die Baumaßnahmen abgeschlossen waren, fand man Ludwigs Leiche im Starnberger See. Die Todesursache ist bis heute nicht abschließend geklärt, wohl aber glaubt man, dass der König über die Wirklichkeit, die ihn umgab, so unglücklich war, dass er den Freitod wählte.

Es ist vielleicht auch diese Tragik, die Schloss Neuschwanstein so faszinierend macht. Hier ist der Geist des Märchenkönigs, der in einer Traumwelt lebte, lebendig und lädt seine Besucher ein, den märchenhaften Pfaden zu folgen.

Ein märchenhafter Ausflug

Ein Besuch des Schlosses Neuschwanstein ist absolutes Muss für Groß und Klein. Bereits von außen ist die Burg ein märchenhafter Anblick, wie sich die weißen Türme und Zinnen über die Berge und weiten Täler erheben. Was ist majestätischer – die Natur oder das vollendete Bauwerk? Wer Schloss Neuschwanstein besucht, wird sich darüber nicht sicher sein.

Im Inneren werden Besucher auf eine faszinierende Reise durch die alten Sagen und Legenden geführt, denen Richard Wagner in seinen Opern Leben einhauchte. Prunkvolle Gemälde, Wand- und Deckenmalereien, dazu das wiederkehrende Motiv des Schwans. Schloss Neuschwanstein ist der wahrgewordene Traum eines Königs, der in der Realität längst keiner mehr war. Daher ist der Besuch dieser einzigartigen Räumlichkeiten wie eine Reise in die Märchenwelt, die wir alle als Kinder bereits erträumten.

Allgemeine Infos

Schloss Neuschwanstein kann ausschließlich im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Tickets dazu sind im Ticket-Center Hohenschwangau, welches sich unterhalb des Schlosses befindet, erhältlich. Reservierungen sind unter bestimmten Bedingungen möglich.

Nach Kauf des Tickets treten Besucher den Weg von rund 1,5 km zum Schloss hinauf an. Wichtig zu wissen: Die Schwansteinstraße ist nicht für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

Bei schönem Wetter lädt die traumhafte Landschaft dazu ein, den Weg zu Fuß in Angriff zu nehmen. Hierfür benötigen Sie rund 30 bis 40 Minuten. Allerdings ist die enorme Steigung zu berücksichtigen.

Märchenhafter geht es mit der Kutsche. Diese startet in der Nähe des Ticket-Centers, die Kosten belaufen sich auf 6,- € für die Bergfahrt, 3,- € für die Talfahrt. Die Fahrscheine werden direkt beim Kutscher bezahlt. Vom Kutschwendeplatz sind es noch 5 bis 10 Gehminuten zum Schloss.

Alternativ können Besucher auch mit dem Pendelbus zum Schloss fahren. Dies ist mit einem Fahrtpreis von 1,80 € für die Bergfahrt und 1,- € für die Talfahrt die günstigste Variante.

Schloss Neuschwanstein ist ganzjährig zu Führungen geöffnet und in jeder Jahreszeit eine Reise wert.

Über den Author

Thomas Janas
Thomas Janas

Thomas Janas, Mediendesigner, ist Inhaber der Agentur anadeum Digitale Medien. Innerhalb der anadeum verantwortet er die Bereiche Kreation und Webentwicklung. Privat ist er in die Passagierschifffahrt vernarrt und lebt seitdem seinen Traum an der Ostseeküste an einem idylllischen Plätzchen in der Hansestadt Stralsund.

Das könnte Sie auch interessieren

Kurztrip nach Sylt

Kurztrip nach Sylt

Sylt genießt den Ruf, eine Insel für die High Society zu sein. Dies ist jedoch unbegründet, da die Insel in der Nordsee bei Gästen aus allen gesellschaftlichen Bereichen sehr beliebt ist. Bei Sylt handelt es sich um die größte Insel Nordfrieslands.

Städtetrip Köln

Städtetrip Köln

Fällt der Städtename Köln, denkt jeder sofort an die drei „Kernkompetenzen“ der Stadt: Der Kölner Dom zieht Kulturbegeisterte aus der ganzen Welt an. Das Kölsch, ein leichtes Bier in schlanken Gläsern, fließt üppig, und an Karneval steht die ganze Stadt ohnehin Kopf.

Der Palast Barberini in Potsdam

Der Palast Barberini in Potsdam

Im Museum Baberini sind auf 2.200 Quadratmetern vor allem Kunstobjekte des Impressionismus innerhalb verschiedener Sonderausstellungen zu sehen. Daneben findet man eine große Sammlung an Kunst der DDR und auch relativ neue Gemälde die nach 1989 erschaffen wurden.

Klein-Paris im Osten – Setzen Sie Leipzig auf Ihre Städtetrip-Liste!

Klein-Paris im Osten – Setzen Sie Leipzig auf Ihre Städtetrip-Liste!

Klein-Paris, Klein-Berlin oder Klein-Venedig – es scheint beinahe, als stehe die sächsische Großstadt immer im Schatten anderer Städte.

Städtereise Kiel

Städtereise Kiel

Kiel zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sich das Stadtgebiet an der Kieler Förde und am Ende des Nord-Ostsee-Kanals befindet.

Kurztrip nach Travemünde

Kurztrip nach Travemünde

Die Stadt an der Trave bietet Urlaubern und Besuchern alles, was für einen gelungenen Kurztrip notwendig ist.

Kurztrip nach Fehmarn

Kurztrip nach Fehmarn

Fehmarn ist die drittgrößte Insel und befindet sich zwischen der Mecklenburger und Kieler Bucht in der Ostsee von Schleswig-Holstein.

Städtetrip Berlin

Städtetrip Berlin

In Berlin findet man Speisen aus jedem Land der Welt. Überall sieht man Restaurants, Bistros und Imbisse – oft einzigartige Locations.