Unerfüllter Kinderwunsch – Herausforderung für die Partnerschaft

Partnerschaft
Unerfüllter Kinderwunsch – Herausforderung für die Partnerschaft

Die Entscheidung ein Kind zu bekommen, stimmt jedes Paar glücklich. Mit ihr verbunden ist der Wunsch nach einer eigenen Familie und damit auch nach einer gemeinsamen Zukunft. Wenn die ersehnte Schwangerschaft jedoch ausbleibt, wird eine Beziehung auf den Prüfstand gestellt. Was Anlass zur Freude werden sollte, entwickelt sich nicht selten zur Krise.  

Aus Traum wird Albtraum – der unerfüllte Kinderwunsch

Entschließt sich ein Paar dazu, eine Familie zu gründen, herrscht freudige Erwartung. Gerade diese erste Zeit der Familienplanung empfinden alle erst einmal als besonders intensiv und beglückend. Vergehen jedoch einige Monate ohne den gewünschten Erfolg, beginnt der Stress. Was bislang noch als natürlicher Vorgang angesehen und mit einer guten Portion Gelassenheit angegangen wurde, gerät mehr und mehr unter Erfolgsdruck.

Ovulationstests und die Methoden der natürlichen Familienplanung (NFP) ermöglichen es heutzutage, den Eisprung exakt zu ermitteln und somit eine mögliche Schwangerschaft bewusst zu steuern. Genau da beginnen die Probleme: An diesem Punkt entfernen sich viele Paare bereits voneinander. Während der eine nichts erzwingen möchte, wird der andere nervös und geht die Sache viel verbissener an. Geschlechtsverkehr nach Kalender belastet. Erotik und Romantik bleiben oft auf der Strecke. Gerade Frauen zeigen sich zudem enttäuscht und wütend darüber, dass der Partner wenig Verständnis für Zweifel und erste Panikgefühle zeigt. Tritt eine Schwangerschaft nach ein paar Monaten ein, ist diese anstrengende Phase schnell vergessen. Andernfalls steuert das Paar jedoch auf eine noch viel größere Herausforderung zu.     

Die erwünschte Schwangerschaft bleibt aus – zwischen Selbstzweifel und Anklage

Bei all dem, was wir heute über Befruchtung und Schwangerschaften wissen und bei all den Fortschritten, die die Reproduktionsmedizin in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte, kommt es vor, dass der Traum vom Baby sich nicht erfüllt. Kaum ein Paar kann diese Enttäuschung einfach wegstecken.

Die unterschiedlichsten Emotionen kochen hoch. Träume sind gescheitert. Die Zukunft, die ein gemeinschaftliches Ziel war, wird es in dieser Form nicht geben. Doch welchen Weg soll die Partnerschaft dann nehmen?

Viele Paare geraten in einen zerstörerischen Kreislauf aus Selbstzweifel, Schuldgefühlen und Anklage. Die Schuldfrage spielt eine entscheidende Rolle. Der partnerschaftliche Teil, der für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich ist, füllt sich in seiner Eigenschaft als Frau bzw. Mann unvollkommen. Schuld zu sein verursacht nicht nur die eigene Traurigkeit, sondern schürt auch Ängste: Was, wenn der Partner sich aus diesem Grund abwendet? Ein unerfüllter Kinderwunsch stellt immer auch die Beziehung auf den Prüfstand: Reicht die Liebe zueinander aus?

Was können Paare tun?

Vielen Paaren gelingt es nicht, in dieser Lage offen miteinander zu kommunizieren. Wichtig ist es an dieser Stelle zu verstehen, dass jeder mit dieser Erfahrung anders umgeht. Wenn einer von beiden schneller zum Alltag ohne Kind übergeht, bedeutet dies nicht, dass er nicht trauert oder kein Verständnis für das Seelenleid des anderen hat. Auf der anderen Seite ist es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben und über die innersten Ängste und Zweifel zu sprechen.

Sich zu entspannen und die Familienplanung nicht zum alleinigen Thema zu machen, ist der wohl beste Rat für Paare, die noch berechtigt Hoffnung darauf haben können, Eltern zu werden. Paare, die sich vom Kinderwunsch verabschieden müssen, sollten gemeinsam neue Ziele definieren und herausfinden, welchen Schwerpunkt die Partnerschaft zukünftig haben soll, um auf andere Weise kinderlos glücklich werden zu können.