Die Jackfruit: die Neuentdeckung für Vegetarier und Veganer?

Superfood
Die Jackfruit: die Neuentdeckung für Vegetarier und Veganer?

Damit es in der vielfältigen Welt der Lebensmittel niemals langweilig wird, lässt man sich regelmäßig etwas neues einfallen. Besonders in Vegetarier- und Veganerkreisen wird derzeit heiß diskutiert. Die Jackfrucht soll der neue Fleichersatz schlechthin sein und uns mit vielen Nährstoffen, Ballaststoffen und Mineralstoffen versorgen. Aber bietet die tropische Frucht wirklich, was sie verpricht und gibt es einen Haken?

Woher kommt die Jackfruit eigentlich?

Indien ist das Ursprungsland der noch ziemlich unbekannten Jackfrucht, die aus der Familie der Maulbeergewächse stammt. Heute ist sie in vielen tropischen Gebieten zu finden, wie zum Beispiel in Anbaugebieten in Sri Lanka, Brasilien und Kenia. Die größte Baumfrucht der Erde kann bis zu 35 Kilogramm schwer werden.

Die dicke harte Schale ist im unreifen Zustand mit einer milchigen, klebrigen Flüssigkeit umgeben. Im Laufe des Reifeprozesses verschwindet diese aber vollständig.

Das Innere der Frucht besteht aus teilweise aus weichem und teilweise aus festem Fruchtfleisch. Man sagt ihr nach, dass sie geschmacklich eine Kreuzung zwischen Banane und Ananas ist.

In ihren Ursprungsländern bevorzugt man, sie roh als süßes Dessert zu verspeisen. Anders jedoch hierzulande.

Kann die Jackfruit Fleisch ersetzen?

In den vergangenen Jahren wurde die Jackfruit zur Neuentdeckung für Vegetarier und Veganer. Wenn die Jackfruit als Fleichersatz herhalten soll, wird sie zunächst in unreifem Zustand geerntet. Im weiteren Verarbeitungsprozess wird das feste unreife Fruchtfleisch, zu einer faserigen Substanz, die beinahe geschmacklos ist.

Im nackten ungewürzten Zustand würde sich die Jackfrucht gegen Hühner-, Schweine-, und Rindfleisch nicht behaupten können. Erst wenn die Filets mit den richtigen Gewürzen mariniert werden, kann man von einem vergleichbaren Geschmack sprechen. Denn auch bei Fleisch bestimmen die Gewürze, ob es dem Gaumen gefällt.

Wer sich nun wundert, dass er noch nie eine Packung 'Jackfruit' im Supermarkt gesehen hat, steht sicher nicht alleine da. Im Handel ist das Fake-Fleisch leider nicht ohne aufgewendete Mühen erhältlich. In indischen und auch asiatischen Geschäften kann man mit viel Glück, die gefragte Frucht finden.

Tatsächlich gelingt es der Jackfruit, optisch einem Stück Fleisch sehr ähnlich zu sein. Dennoch ist es mit den Nährwerten etwas anders bestellt. Die Jackfruit kann Fleisch, in Hinsicht auf die Nährwerte, nicht ersetzen

Im Vergleich: Jackfruit oder Soja?

In den vergangenen Jahren ist der Sojaanbau wegen der Waldabhölzung in tropischen Ländern stark in Verruf geraten. Ähnlich wie auch die Jackfruit, dienen Soja-Produkte als Fleischersatz. Das bekannteste Soja-Produkt ist das eiweißhaltige Tofu. Jedoch leiden immer mehr Menschen an Glutenunverträglichkeiten und müssen daher auf Soja verzichten. Deswegen erwarten Experten in den kommenden Jahren einen starken Zuwachs an Jackfruit-Produkten.

Es wäre auch zu einfach, wenn es hierbei nicht auch einen Haken gibt. Die Jackfruit muss einen langen Weg zurücklegen, bis sie auf unserem Teller landet. Somit hinterlässt sie einen großen ökologischen Fußabdruck. Wer also aus ökologischen Gründen auf die Jackfruit zurückgreifen möchte, sollte seine Entscheidung noch einmal überdenken.