Bouldern – Ein Sport, bei dem sich Technik, Kraft und Teamgeist vereinen

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Bouldern – Ein Sport, bei dem sich Technik, Kraft und Teamgeist vereinen

Jahr für Jahr entdecken mehr Sportler das Bouldern für sich. Und wenn man einmal angefangen hat, dann fällt es schwer davon loszulassen. Ob im Sommer in freier Natur oder im Winter in der Kletterhalle – Bouldern ist ein faszinierender Ganzjahressport.

Anders als beim Klettern ist man beim Bouldern nicht mit einem Kletterseil und Klettergurt abgesichert. Boulderer klettern oft in freier Natur an Felsblöcken und Feldwänden. Sie bezwingen Höhen zwischen zwei und fünf Metern. Das ist nicht besonders hoch, vergleicht man das mit den Kletterern, die mit Seil 15 Meter und mehr zurücklegen. Dafür wird ihnen auf solch kurzen Strecken mehr Kraft abverlangt. Die Technik sollte also gut überlegt sein.

Ein Gemeinschaftssport für jeden

Meistens wird der Sport mit mehreren Personen ausgeübt. Das hat zum einen den Grund, dass jemand unten an der Bouldermatte aufpasst, dass der Boulderer bei einem Sturz nicht zu hart oder ungünstig aufprallt. Zum anderen, weil es mehr Spaß gemeinsam macht, über die Züge nachzudenken. Man klettert nur so hoch hinaus, dass das Abspringen ungefährlich ist. Dennoch kann man die Landung auch in geringer Höhe nicht immer beeinflussen. Die Person, die am Boden bleibt wird ‚Spotter‘ genannt und sollte ebenfalls besonders konzentriert sein.

Der Name ‚Bouldern‘ wird vom englischen Wort für Felsblock abgeleitet. Die Herausforderung besteht darin, sich vorab eine Route im Kopf zu entwickeln, die sowohl anspruchsvoll als auch geschickt ist. Die wenigsten Schaffen die Strecke beim ersten Mal. Dass ein Boulderer mehrere Anläufe benötigt, ist also ganz normal. Nur wer gekonnt die Boulderprobleme überwinden kann, kommt ins Ziel. Die Strecken werden nicht vorgegeben, jedoch kann man an beliebten Felsen Magnesium von anderen Boulderern sehen. Diese Spuren können einen Hinweis darauf geben, welche Züge sich gut eignen.

Besonders bemerkenswert ist, dass beim Bouldern kaum Kosten entstehen. Somit ist es ein Sport für jedermann. Man benötigt lediglich eine Bouldermatte, etwas Magnesium für die Hände und geeignete Kletterschuhe. Und damit kann es schon losgehen. Aber wohin eigentlich?

Bouldern ohne Grenzen

Wie auch bei vielen anderen Sportarten gibt es Länder und Regionen, in denen das Bouldern besonders beliebt ist. Der Wald von Fontainebleau in Frankreich spielt hierbei eine große Rolle und gilt als ältestes Bouldergebiet der Welt. Hier entstand 1947 das erste Boulderparcour. Ein anderes berühmtes Bouldergebiet findet man im Yosemite-Nationalark in den USA. In den meisten Gebieten gibt es Felsblöcke für Anfänger, Fortgeschreitte und Profis.

Wenn man ohne Kletterseil klettert, besteht immer ein Verletzungsrisiko, das man nicht unterschätzen sollte. Sowohl bei der Landung nach dem Abspringen als auch unvorhergesehene Stürze können einen Boulderausflug schnell beenden. Bänderrisse an den Händen, Schürfwunden an der Haut und umgeknickte Knöchel sind keine Seltenheit. Deswegen ist besondere Vorsicht geboten.

Die Unterschiede zum Klettern liegen auch darin, dass es ein Teamsport ist. Man kommuniziert währenddessen und versucht auch im Team die Boulderprobleme zu lösen. Man kann sich gemeinsam an Erfolgen erfreuen und feuert sich gemeinsam an. Beim Klettern hingegen ist man oft auf sich alleine gestellt, weil man zu weit vom Boden entfernt ist. Hier gilt es andere Hürden zu überwinden.

Wer also seine eigenen Limits austesten möchte und auf der Suche nach einem Ganzkörpersport ist, für den ist Bouldern die richtige Wahl. Man stärkt das Gleichgewichtsgefühl und lernt es richtig einzusetzen.