Der Palast Barberini in Potsdam

Brandenburg
Der Palast Barberini in Potsdam

Es ist soweit. Potsdam war bisher die einzige Landeshauptstadt, die über kein eigenständiges Kunstmuseum verfügte. Am Freitag, dem 03.02.2017 wurde das offiziell geändert. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bill Gates gehörten zu den Gästen der Neueröffnung. Am  04.02.2017 feierten dann auch 1.800 Besucher im Rahmen eines Stadtfestes den Wiederaufbau. Kostenlos konnte man erstmals die neu errichteten Räume bestaunen. Wegen der langen Besucherschlangen musste man jedoch etwas Geduld mitbringen.

Der Palast Barberini wird nun als Kunstmuseum genutzt. Im Museum Baberini sind auf 2.200 Quadratmetern vor allem Kunstobjekte des Impressionismus innerhalb verschiedener Sonderausstellungen zu sehen. Daneben findet man eine große Sammlung an Kunst der DDR (Deutsche Demokratische Republik) und auch relativ neue Gemälde die nach 1989 erschaffen wurden. Jedes Jahr werden drei verschiedene Sonderausstellungen präsentiert. Hier freut sich das Museum über die Leihgaben aus Privatsammlungen und auch aus weltweiten anderen Museen.

Der Palast wird aus zwei herrschaftlichen Bürgerhäusern gebildet, die jeweils aus drei Stockwerke bestehen.  Die Fassade fasst die beiden Bürgerhäuser zu einer Einheit zusammen. Diese richtet sich zum Alten Markt. Gemeinsam mit dem Potsdamer Stadtschloss und der Nikolaikirche bildet es das Zentrum der Stadt Potsdam und schließt nach dem Wiederaufbau eine große Lücke.

Auf den Spuren der Vergangenheit des Palastes

1771 bis 1772 wurde der Palast unter der Herrschaft vom preußischen König Friedrich II erbaut. Er wollte dem Alten Markt mit einem klassizistisch-barocken Bürgerhaus ein repräsentatives Aussehen geben.

Friedrich der Große beauftragte den Architekten Carl von Gontard. Dieser sollte als Vorlage den  Palazzo Barberini in Rom nutzen und den Baustil an die Neuschöpfung in Potsdam anpassen.

Eine Erweiterung zweier Seitenflügel im 19. Jahrhundert wurden im königlichen Auftrag von Friedrich Wilhelm IV ausgeführt. Sie wurden nach Fertigstellung als Stätte des Potsdamer Kultur- und Vereinslebens genutzt.

Benannt wurde das Gebäude nach dem Vorbild des Palazzo Barberini in Rom. König Friedrich II verehrte die berühmte Tänzerin Barberina, die von 1744 bis 1749 an der Königlichen Oper in Berlin  angestellt war. Hier wird vermutet, dass es einen Zusammenhang mit der Namensgebung gegeben hat.

Schäden des Zweiten Weltkrieges

Auch der Palast blieb vom zweiten Weltkrieg nicht unversehrt. Durch einen Luftangriff am 14. April 1945 wurde er zum großen Teil zerstört. Nach den folgenden Artilleriegefechten mit der Roten Armee brannte er vollkommen aus. Letztendlich wurde der Palast gemeinsam mit dem Palasthotel am 24. März 1948 abgerissen. Nach dem Abriss wurde die Fläche nur noch als Parkplatz genutzt.

Der Wiederaufbau nach 250 Jahren

Der 73-jährige Milliardär und ehemalige Software-Entwickler Hasso Plattner ermöglichte durch eine großzügige Spende die Wiedererrichtung des Palast Baberini zur Nutzung des heutigen Kunstmuseums. Hier wird nun der Großteil seiner eigenen Sammlung präsentiert. Durch diese Spende wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Potsdam ernannt.

Mit einem großen Team von Experten des Architekturbüros Hillmer, Sattler und Albrecht schaffte man ein beinahe originalgetreues neues Gebäude. Dieser Wiederaufbau dauerte von 2013 bis 2016.

Bereits 2016 wurde dem Wiederaufbau des Palastes Barberini der Titel 'Gebäude des Jahres 2016' von der gemeinnützigen Organisation Stadtbild Deutschland verliehen.

 

Foto:Helge Mundt