Elberadweg Teil 1: Von Böhmen nach Dresden

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Elberadweg Teil 1: Von Böhmen nach Dresden

Mit dem Fahrrad tief in Europas Seele eintauchen


Bei Europas bedeutenden Flüssen denken wir schnell an Rhein, Donau, Maas, Rhone und Mosel. In Kunst, Musik und Literatur begegnen diese uns ständig. Ganz anders die Elbe. Hier sind die Nebenflüsse (Moldau, Saale, Havel und Spree) oft musikalisch und literarisch verewigt, während für die Elbe nur die sagenumwobene Geschichte der durchfließenden Städte und Regionen selbst bleibt. Doch, die hat viel zu bieten. Nicht umsonst zählt daher der Elberadweg zu den schönsten Fahrradstrecken überhaupt – und ist doch immer noch ein Geheimtipp.

 Die Elbe – deren Name nichts anderes als Fluss bedeutet – entspringt ganz verschlungen im Riesengebirge. Von Špindleruv Mlýn (Spindlermühle) bietet sich eine kleine Fahrradtour zum Aufwärmen oder eine Wanderung zur Quelle an, bevor man Richtung tschechisch-deutscher Grenze in 370 km Entfernung startet.

 Jetzt geht es los - wenige Kilometer unterhalb von Špindleruv Mlýn liegt der Ort Vrchlabi (Hohenelbe). Der Weg dorthin ist ein Kammweg, weniger ein Fahrradweg, man bewältigt innerhalb kürzester Zeit mehr als 700 Höhenmeter. Am Fuße des Gebirges, am „Tor zum Riesengebirge“ schlängelt sich der Radweg, wie der Fluss selbst, ausgiebig durch Böhmens Landschaft – einfach immer der gelben Beschilderung mit der '2' folgen. Vorbei an Hostinné mit der spannenden Geschichte der zwei Riesen, Dvùr Králové nad Labem, einer der vielen königlichen Städte Tschechiens (übrigens, Labe heißt die Elbe in Landessprache.), weiter nach Hradec Králové, Königgrätz. Da erinnert sich jeder gleich an seinen Geschichtsunterricht in der Schule …

Die Stadt mit heute mehr als 90.000 Einwohnern ist ein echter Hingucker mit toller Altstadt und vielen Musik- und Kulturveranstaltungen über das ganze Jahr (neben einem Jazz- sowie einem Rockfestival findet hier alljährlich eines der größten Hip-Hop-Festivals in Europa statt).

Weiter geht es über die Lebkuchenstadt Pardubice und das mittelalterliche Kutná Hora, hier muss man einfach in der Altstadt pausieren und den Dom der heiligen Barbara besuchen, nach Nymburk und  Melník, der Stadt am Zusammenfluss von Moldau und Elbe. Zeit, für einen Weinstopp. Melník ist der bedeutende Weinbauort Mittelböhmens.

Von hier aus lohnt sich eine Tagestour an der Moldau entlang nach Prag – der Goldenen Stadt der 100 Türme. Einmal über die Karlsbrücke wandeln ... Zurück in Melník geht es entlang der Elbe nach Terezin – Theresienstadt. Ein Augenblick des Gedächtnisses und des Innehaltens.

 Über Usti nad Labem führt uns die Route weiter nach Bad Schandau. Nach dem Grenzübergang liegt einem das Elbtal nahezu vor den Füßen. Was für ein wunderschöner Ausblick. Ab hier begleitet das Logo des Elberadweges den Radler. In Bad Schandau mit seinen eindrucksvollen Jugendstilfassaden, lohnt sich definitiv eine Erholungspause in den Toskana-Thermen, bevor der Fahrradweg am Elbsandsteingebirge vorbei über die Sächsische Weinstraße zum Elbflorenz führt. Herzlich willkommen in Dresden. Verwöhnen Sie sich hier und belohnen Sie sich mit einem Besuch in der Frauenkirche, der Semperoper, dem Zwinger oder einfach nur mit einem entspannten Auszeit in einer der schönsten Städte Deutschlands.

Hinweis: Tourlänge ca. 425 km, unterwegs gibt es eine Vielzahl von günstigen und guten Übernachtungsmöglichkeiten – für jeden Geschmack und Geldbeutel.